Fachtagung des Instituts für Suchtprävention zu familienorientierter Prävention

Jedes Jahr wird vom Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien eine Fachtagung zu einem speziellen Arbeitsbereich der Suchtprävention abgehalten. Die mittlerweile bereits achte Tagung fand am 10.12.2015 statt und stand unter dem Motto „Treffpunkt Familie – Potenziale und Herausforderungen der familienorientierten Suchtprävention“. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Sucht- und Drogenkoordination Wien, Hermine Schmidhofer, eröffnete die Tagung und betonte den hohen Stellenwert der Familie im Zusammenhang mit suchtpräventiven Maßnahmen.

Der Einfluss der Familie auf Suchtverhalten

Die Familie ist der erste und einer der wichtigsten Orte der Sozialisation von Kindern und somit auch ein essentieller Bereich für die Suchtprävention. Die Erfahrungen, die hier gemacht werden, prägen einen Menschen sein Leben lang. Die Art und Weise, wie Eltern und Erziehungsberechtigte miteinander und mit den Kindern umgehen, ob die Kinder und Jugendlichen Geborgenheit, Wertschätzung, Sicherheit und Rückhalt erleben, ob sie mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen wahr- und ernst genommen werden, ob sie sich geliebt fühlen, sind wesentliche Aspekte für das gesunde Heranwachsen von Kindern.

„Diese Erfahrungen sind ausschlaggebend dafür, inwieweit sich verschiedene Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten wie Selbstwert und Selbstvertrauen, Konfliktfähigkeit, ein adäquater Umgang mit Gefühlen etc. positiv entwickeln können. Diese Merkmale gelten in der Suchtprävention als Schutzfaktoren. Das heißt, dass sie vor der Entwicklung einer Suchterkrankung schützen können“, unterstreicht Lisa Brunner, Leiterin des Instituts für Suchtprävention, die Bedeutung von Maßnahmen, die im Handlungsfeld Familien ansetzen.

Austausch mit ExpertInnen

Bei der eintägigen Fachtagung des Instituts für Suchtprävention wurde daher heuer das Thema familienorientierte Suchtprävention aufgegriffen und mit Unterstützung von nationalen und internationalen ExpertInnen behandelt. Nach einer fachlichen Kurzeinführung in das Thema wurden in wissenschaftlichen Plenarvorträgen und mehreren Parallelsitzungen Grundlagen zu Frühintervention und Prävention sowie Möglichkeiten zur Kooperation für die Umsetzung von suchtpräventiven Maßnahmen im Handlungsfeld Familie thematisiert. Die Themenfelder reichten dabei von Elternbildung über Mediennutzung im Familienkreis bis zu transkultureller Suchtprävention. Über 100 TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen wie zum Beispiel aus Einrichtungen der Suchtprävention und Suchthilfe, der Jugendbetreuung, Eltern-Kind-Zentren, Krankenanstalten oder der Justiz holten sich dabei neue Impulse für ihre Arbeit.

Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien

Das ISP ist die Landesfachstelle für Suchtprävention in Wien und das Kompetenzzentrum für suchtpräventive Aktivitäten. Aufgabe des ISP ist die Entwicklung, Koordination und Vernetzung der Suchtprävention in Wien. Für unterschiedliche Zielgruppen hat das ISP zahlreiche Angebote zur Förderung der Gesundheit und zur Verhinderung einer Suchtentwicklung, sowie zum frühzeitigen Erkennen von Suchtgefahren erarbeitet.

Fotos: Iulian Moise

Die Powerpoint-Präsentationen von der Tagung finden Sie im Veranstaltungsarchiv.