Österreichische Suchtpräventionsstrategie: Wien begrüßt einheitliche Grundlage für Sucht- und Drogenpolitik

Wehsely: Große Übereinstimmung mit Wiener Sucht- und Drogenstrategie und Projekt Alkohol 2020

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit allen Bundesländern, der Bundesregierung und namhaften ExpertInnen aus der Wissenschaft eine einheitliche Strategie zu erstellen. Das nun vorliegende Konzept enthält wichtige Grundlagen für eine moderne Sucht- und Drogenpolitik, allen voran das Prinzip Therapie statt Strafe für suchtkranke Menschen“, betonte die Wiener Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Generationen, Sonja Wehsely, anlässlich der Präsentation der Österreichischen Suchtpräventionsstrategie im Ministerrat am 26.01.2016.

In Wien wurde bereits 1999 mit dem Wiener Drogenkonzept, das 2013 zur Wiener Sucht- und Drogenstrategie erweitert wurde, ein umfassendes Grundlagendokument erarbeitet, auf dem die Maßnahmen der Wiener Sucht- und Drogenpolitik basieren. „Die Eckpunkte der neuen Österreichischen Suchtpräventionsstrategie decken sich mit den Prinzipien, nach denen die Wiener Sucht- und Drogenpolitik seit Langem handelt. Nun wird aber auch auf nationaler Ebene eindeutig festgehalten, dass Suchtkranke beispielsweise nicht ausgegrenzt oder stigmatisiert werden dürfen, unabhängig davon, ob sie Alkohol, Tabak oder illegale Suchtmittel konsumieren. Auch die Bedeutung der Substitutionstherapie für die Behandlung suchtkranker Menschen wird explizit hervorgehoben. Das entspricht dem Konsens in der Fachwelt“, ergänzte Wehsely.

„Ich danke Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und ihrem Team für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Erarbeitung der Österreichischen Suchtpräventionsstrategie. Besonders erfreulich ist es für mich aus Wiener Sicht, dass die Bedeutung von schadensminimierenden Maßnahmen wie Drug-Checking oder Spritzentausch hervorgehoben wird. Diese Angebote sind in Wien schon seit Jahren gelebte Praxis“, betonte der Koordinator für Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, Michael Dressel.

„Mit der vorliegenden Österreichischen Suchtpräventionsstrategie wurde ein übergeordneter Rahmen geschaffen, dem ein ganzheitlicher und umfassender Zugang zum Phänomen Sucht zugrunde liegt. Das ist wirklich sehr erfreulich. Die Strategie basiert auf einem modernen Suchtverständnis und setzt bei Prävention und bei Behandlung auf ein Gleichgewicht zwischen Eigenverantwortung und Unterstützung für jene, die sie benötigen“, kommentierte der Beauftragte für Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, Hans Haltmayer, die Strategie aus suchtmedizinischer Sicht.

 
Mehr Beachtung für Alkohol gefordert – Wien setzt bereits Maßnahmen
„Es ist ein wichtiger Schritt, dass in der neuen Suchtpräventionsstrategie festgehalten wurde, dem legalen Suchtmittel Alkohol künftig mehr Beachtung zu schenken. Wien ist hier schon einige Schritte weiter und setzt bereits konkrete Maßnahmen um“, hielt Gesundheitsstadträtin Wehsely fest und verwies damit auf das Projekt „Alkohol 2020“.

Mit „Alkohol 2020“ hat Wien bereits einen erfolgreichen Testlauf für ein innovatives Versorgungssystem durchgeführt, das voraussichtlich dieses Jahr noch erweitert wird. Mit diesem gemeinsamen Projekt der PVA, der WGKK und der Stadt Wien wird die Versorgung von alkoholkranken Menschen in Wien verbessert.

Im Rahmen von „Alkohol 2020“ wird seit Oktober 2014 ein neues Gesamtkonzept für die Betreuung inklusive Behandlung und Rehabilitation von Menschen mit einer Alkoholerkrankung in Wien umgesetzt. Darin sind ambulante, stationäre, rehabilitative und integrationsfördernde Angebote aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, alkoholkranke Menschen in Wien bestmöglich zu betreuen, um zu bewirken, dass sie objektiv wie auch subjektiv gesünder und in das gesellschaftliche Leben integriert sind.

„Das Projekt Alkohol 2020 wurde bisher sehr gut angenommen. Es zeigt, dass der Bedarf an ambulanten Angeboten sehr groß ist und diese bislang gefehlt haben. Auch die geringe Abbruchquote ist ein Indiz dafür, dass das Projekt weitergeführt werden sollte“, betonte Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK).

Links:

Österreichische Suchtpräventionsstrategie

Wiener Sucht- und Drogenstrategie

Kurzkonzept Alkohol 2020