Suchtmittelmonitoring 2015 – aktuelle Trends in Wien

Alle zwei Jahre wird die Wiener Bevölkerung zum Thema Suchtmittel befragt. Das Suchtmittelmonitoring 2015 zeigt die aktuellen Trends zum Konsum von Alkohol, Tabak, Psychopharmaka und illegalen Suchtmitteln. Bei der Befragung 2015 wurden erstmals Fragen zum Glücksspielverhalten, zu der Verwendung von E-Zigaretten und E-Shishas gestellt.

Alkohol ist vorrangig für Suchtprobleme verantwortlich
Die aktuelle Erhebung bestätigt, dass vorrangig Alkohol für Suchtprobleme verantwortlich ist. Gut ein Drittel der Wiener Bevölkerung trinkt zumindest zwei bis drei Mal pro Woche Alkohol. Insgesamt rund jede/r Zweite trinkt zumindest einmal wöchentlich Alkohol, drei von zehn Personen konsumieren seltener alkoholische Getränke; der Anteil der völlig Abstinenten beläuft sich auf rund ein Fünftel.

Tabakkonsum ist stark verbreitet
Rund drei von zehn WienerInnen rauchen täglich; 12 Prozent greifen nur gelegentlich zu einer Zigarette. Die NichtraucherInnenquote liegt bei knapp 60 Prozent. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich der Anteil der RaucherInnen etwas vermindert. Damit setzt sich der positive Trend seit dem Jahr 2007 weiter fort. Bei der Befragung 2015 wurde erstmals erhoben, ob bzw. wie oft E-Shishas bzw. E-Zigaretten geraucht werden. In Summe beläuft sich der Anteil der WienerInnen, die zumindest gelegentlich zu diesen Produkten greifen, auf 14 Prozent.

Häufiger Gebrauch von Psychopharmaka nach wie vor problematisch
Problematisch ist nach wie vor der häufige Gebrauch von Psychopharmaka, insbesondere von Schlaftabletten und Beruhigungstabletten.

Kleine Minderheit konsumiert harte illegale Suchtmittel
Im Bereich der illegalen Substanzen sind Cannabisprodukte am Verbreitetsten. Vier Prozent der Befragten haben angegeben diese in den vergangenen 30 Tagen konsumiert zu haben. Harte illegale Suchtmittel werden hingegen nur von einer kleinen Minderheit konsumiert. Bei den Opiaten wie zum Beispiel Heroin trifft das auf nur ein Prozent der Bevölkerung zu. Das medial oft thematisierte Crystal Meth spielt mit unter einem Prozent keine Rolle.

Erstmals die Teilnahme an Glücksspielen und Wettangeboten erhoben
Die höchste Verbreitung hat das Glücksspiel „Lotto 6 aus 45“, in etwa die Hälfte der WienerInnen nimmt daran zumindest gelegentlich teil. Jeweils rund drei von zehn Personen spielen hin und wieder „Euromillionen“ oder kaufen Rubbellose. Zwischen 12 und 16 Prozent der WienerInnen beteiligen sich gelegentlich an Sportwetten, gehen ins Casino oder spielen bei Glücksspielautomaten in Lokalen.

Die Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH beauftragt seit 1993 das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) mit der Durchführung einer Befragung der Wiener Bevölkerung zum Thema Suchtmittel und Drogen. Die Datenerhebung erfolgt in Form von mündlichen Interviews bei einer repräsentativen Zufallsstichprobe.

Nähere Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie im Bereich Downloads unter: https://sdw.wien/de/unser-angebot/downloads-2/