„Alkohol 2020“ wird „Alkohol. Leben können.“

Das erfolgreiche Projekt zur integrierten Versorgung von alkoholkranken Menschen in Wien „Alkohol 2020“ heißt jetzt „Alkohol. Leben können.“ Hintergrund der Namensänderung ist das Ziel, ab dem Jahr 2020 den Projektstatus zu beenden und das innovative Versorgungsmodell als fixen Bestandteil des Wiener Gesundheits- und Sozialsystems zu etablieren. Zudem wurde ein neuer Folder für PatientInnen erstellt, der die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammenfasst. Dieser ist auch erstmals im neu entwickelten Design gestaltet. So können PatientInnen und Interessierte Materialien, die zum Projekt „Alkohol. Leben können.“ gehören, auf den ersten Blick erkennen.

Tag der offenen Tür im regionalen Kompetenzzentrum Alkohol

Im Rahmen der 1. Österreichischen Dialogwoche Alkohol (www.dialogwoche-alkohol.at) findet am 18.5.2017 von 9 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür im regionalen Kompetenzzentrum Alkohol (Gumpendorfer Straße 157, 1060 Wien) statt. Das regionale Kompetenzzentrum der Suchthilfe Wien dient im Projekt „Alkohol. Leben können“ als zentrale Anlaufstelle für die PatientInnen. Beim Tag der offenen Tür können sich Menschen mit riskantem oder schädlichem Alkoholkonsum, deren Angehörige sowie alle anderen interessierten Personen über die Angebote von „Alkohol. Leben können.“ informieren.

Das Projekt „Alkohol. Leben können.“

Als Antwort auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, die Alkoholkrankheit mit sich bringt, wurde 2014 von PVA, WGKK und Stadt Wien im Rahmen der Gesundheitsreform das gemeinsame Projekt „Alkohol. Leben können.“ ins Leben gerufen, damals noch unter dem Namen „Alkohol 2020“. Damit gab es erstmals ein gemeinsam erarbeitetes Gesamtkonzept zur integrierten Versorgung und eine Zusammenarbeit aller Beteiligten: der Krankenanstalten des Wiener Krankenanstaltenverbunds, der spezialisierten Suchthilfe-Einrichtungen im ambulanten und stationären Bereich sowie anderer Einrichtungen des Wiener Gesundheits- und Sozialsystems.
Die Eckpunkte in der Umsetzung des Projekts sind die individuelle, ganzheitliche Versorgung auf Basis eines Modulsystems, der Fokus liegt dabei auf ambulanten Angeboten. Der möglichst geringe bürokratische Aufwand für die PatientInnen, die wirkungsorientierte Steuerung sowie die gemeinsame Finanzierung durch die Versicherungsträger und die Stadt Wien sind weitere Merkmale.
Ziel von „Alkohol. Leben können.“ ist es, die Versorgung von Menschen mit einer Alkoholerkrankung in Wien zu verbessern und die Betroffenen nachhaltig in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Die erste Pilotphase für 500 alkoholkranke WienerInnen startete im Oktober 2014, mit April 2016 wurden die Kapazitäten deutlich ausgebaut. Bis Ende 2018 können rund 3.200 Menschen die Angebote in Anspruch nehmen.

Auch der Kreis jener Menschen, die Zugang zum Projekt haben, wurde wesentlich vergrößert. Nun sind neben Versicherten der WGKK auch jene WienerInnen anspruchsberechtigt, die bei der SVA, der SVB, der VAEB, der BVA, der KFA oder einer der Betriebskrankenkassen versichert sind, solange sie noch keine Alterspension beziehen.

Hintergrund: Alkoholkrankheit in Österreich

Alkohol ist neben Nikotin weltweit die Substanz mit der größten Krankheitslast („Burden of Disease“)- auch im Vergleich zu illegalen Suchtmitteln. Österreich ist hier keine Ausnahme: Bis zu 5% der österreichischen Bevölkerung ab dem 16. Lebensjahr sind alkoholabhängig, weitere 12% konsumieren Alkohol in riskanter Weise. Männer sind mehr als doppelt so oft betroffen wie Frauen – 14% der Männer und 6% der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Alkoholismus. In Wien gelten zwischen 35.000 und 75.000 Menschen als alkoholabhängig, weitere 135.000 bis 175.000 weisen einen problematischen Konsum auf und sind gefährdet, abhängig zu werden. Nicht nur die gesundheitlichen und gesellschaftlichen, sondern auch die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Alkoholkrankheit sind in Österreich beachtlich. So sind allein im Jahr 2011 nach Berechnungen des Instituts für Höhere Studien direkte medizinische Kosten von 374 Mio. Euro auf die Alkoholerkrankung zurückzuführen. Dazu kommen 6,6 Mio. Euro Krankengeldzahlungen, 8 Mio. Euro Pflegegeldzahlungen und weitere 7,1 Mio. Euro für Witwen- bzw. 23,5 Mio. Euro für Invaliditätspensionen. Alkoholbedingte Produktivitätsausfälle verursachen darüber hinaus Kosten von 441,7 Mio. Euro.

Download PatientInnenfolder:
https://sdw.wien/de/unser-angebot/downloads-2/

Website „Alkohol. Leben können“:
http://www.alkohol.at