Bürgermeister Häupl bestellt Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen

Das Themenfeld psychische Gesundheit gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Die Stadt Wien hat daher schon im Jahr 2015 begonnen, Maßnahmen zu erarbeiten, um die Versorgung von Wienerinnen und Wienern mit psychischen Erkrankungen weiter zu verbessern. Im September 2016 wurden die inhaltlichen Grundlagen und der Fahrplan für diese Veränderungen vom Wiener Landtag einstimmig beschlossen (https://bit.ly/2IwVxDm). Die Planungsarbeiten sind nun abgeschlossen und werden mit der Zielperspektive 2030 schrittweise umgesetzt. Das erfordert ein hohes Maß an Koordinations- und Steuerungsarbeit.

„Nachdem es im Suchtbereich bereits gelungen ist, durch die Funktion eines Koordinators für Sucht- und Drogenfragen eine einheitliche Steuerung der Angebote zu erreichen, macht es Sinn, diese bewährte Vorgangsweise auch im Bereich der Psychiatrie anzuwenden. Es wird daher die Funktion eines ‚Koordinators für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien‘ geschaffen, der künftig auch für die Planung, Steuerung und Koordination der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung in Wien verantwortlich sein wird“, begründet die Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen, Sandra Frauenberger, die Entscheidung.

Die Themenfelder Psychiatrie und Sucht sind inhaltlich eng miteinander verknüpft, nicht nur weil es sich bei Sucht um eine psychische Erkrankung handelt, sondern auch weil Menschen mit Suchterkrankungen häufig psychiatrische Komorbiditäten aufweisen. Für die Funktion des „Koordinators für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien“ wurde von Bürgermeister Michael Häupl der kaufmännische Leiter der Psychosozialen Dienste in Wien und Prokurist der Sucht- und Drogenkoordination Wien, Ewald Lochner, bestellt.

„Durch seine langjährige Tätigkeit in diesen beiden Organisationen ist er mit den Themenfeldern Psychiatrie sowie Sucht und Drogen bestens vertraut. Schon im Rahmen seiner bisherigen Funktionen war er intensiv mit der Planung, Steuerung und Koordination der Leistungen beider Bereiche befasst und ist somit hervorragend für die neue Aufgabe qualifiziert und vorbereitet. Die Koordination von Psychiatrie und Sucht- und Drogenfragen in Personalunion bedeutet einen wesentlichen Mehrwert für die Stadt Wien“, so Frauenberger.

Michael Dressel gibt seine Funktion als Koordinator für Sucht- und Drogenfragen nach 15 Jahren ab, bleibt aber Geschäftsführer der Sucht- und Drogenkoordination Wien und wird darüber hinaus neue Aufgaben im von ihm aufgebauten Projekt zur Versorgung alkoholkranker Menschen „Alkohol. Leben können“ übernehmen, das ab 2019 vom Pilotbetrieb in den Regelbetrieb übergeht und im Zuge dessen erweitert wird.

„Ich bedanke mich im Namen der Stadt Wien bei Michael Dressel für seinen engagierten Einsatz in den vergangenen 15 Jahren. Die positiven Veränderungen, die er umgesetzt hat, haben dazu geführt, dass Wien hinsichtlich der Versorgung suchtkranker Menschen auch im internationalen Vergleich als Vorzeigemodell gilt. Ich freue mich insbesondere, dass er der Stadt Wien in seiner Funktion als Geschäftsführer der Sucht- und Drogenkoordination Wien mit seiner Expertise weiterhin zur Verfügung stehen wird“, so Stadträtin Frauenberger.

„Ich konnte in den vergangenen 15 Jahren in meiner Funktion gemeinsam mit allen MitarbeiterInnen und KooperationspartnerInnen zahlreiche Projekte erfolgreich umsetzen, von spürbaren Verbesserungen im öffentlichen Raum – Stichwort Karlsplatz – über einen Ausbau von Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten bis zu neuen innovativen Präventionsangeboten. Es ist gelungen, im Suchtbereich ein nachhaltiges, effektives und effizientes Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungssystem einschließlich Rehabilitation aufzubauen. Heute steht die konsequent am realen Bedarf der PatientInnen orientierte Kooperation sämtlicher LeistungsträgerInnen auf festen Beinen und ist nicht mehr wegzudenken. Ein besonderer Schwerpunkt war für mich zudem die integrierte Versorgung von alkoholkranken Menschen mit dem Projekt ‚Alkohol. Leben können‘. Dabei ist es österreichweit erstmalig gelungen, dass sich drei Kostenträger vertraglich auf eine gemeinsame Planung, Steuerung und Finanzierung eines Projekts im Rahmen der Gesundheitsreform einigen. Daher freut es mich besonders, in diesem Bereich künftig zusätzliche Aufgaben übernehmen zu können. Es freut mich auch, dass Ewald Lochner mein Nachfolger wird. Ich kenne ihn aus langjähriger Zusammenarbeit und bin sicher, dass er für diese Funktion höchst geeignet ist“, betont der bisherige Koordinator für Sucht- und Drogenfragen, Michael Dressel.

Erfreut über die Bestellung des neuen Koordinators zeigt sich auch der Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien, Dr. Georg Psota:
„Für die Wiener Psychiatrie ist die Bestellung von Ewald Lochner in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Einerseits weil es damit erstmals einen vom Bürgermeister bestellten Koordinator für diesen Bereich gibt und andererseits weil mit Ewald Lochner künftig ein erfahrener Manager und Experte für strategische Planung und Wirkungsorientierung an der Verbesserung der Versorgung arbeitet. Ich freue mich darauf, die bisherige enge Zusammenarbeit mit ihm in seiner neuen Funktion fortzusetzen.“

„Ich danke für das in mich gesetzte Vertrauen und werde mich ab jetzt mit aller Kraft dafür einsetzen, die psychosoziale und psychiatrische Versorgung in Wien weiter zu verbessern. Hier sind wir auf einem guten Weg und haben ein umfassendes Konzept erstellt, das es jetzt umzusetzen gilt. Außerdem danke ich meinem Vorgänger Michael Dressel für seine erfolgreiche Aufbauarbeit in den vergangenen 15 Jahren, mit der er im Suchtbereich ein bestens funktionierendes System geschaffen hat“, so der neu bestellte Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, Ewald Lochner abschließend.