Schwangerschaft: Schon kleine Mengen Alkohol können schaden

Dass Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schwere körperliche und geistige Schäden beim Kind verursachen kann, ist schon lange bekannt. Laut neuen Erkenntnissen können aber auch kleine Mengen Alkohol bereits zu Verhaltensproblemen und Konzentrationsschwächen bei Kindern führen. Die oft gehörte Behauptung, dass ein Gläschen ab und zu nicht schade, ist also falsch. „Der einzige Weg um sein Kind sicher vor Schäden zu bewahren, ist in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol zu verzichten“, betont Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely anlässlich des internationalen Tags des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September.

Es gibt keine unbedenkliche Trinkmenge
Abhängig vom aktuellen Entwicklungsstand des ungeborenen Kindes kann auch schon eine kleine Menge Alkohol in der Schwangerschaft zu Schäden führen. Die leider weitverbreitete Meinung, dass ein gelegentlicher, moderater Alkoholkonsum nicht schade, ist falsch. Eine Schädigung ist auch bei geringer Trinkmenge nie auszuschließen.

Viele der möglichen Schäden sind erst viel später feststellbar
Neben dem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom (FAS), das durch unmittelbare körperliche Schäden (z.B. Minderwuchs, Herzfehler, Missbildungen im Gesicht, Schäden des zentralen Nervensystems, Organschäden) gekennzeichnet ist, können die Auswirkungen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auch zu kognitiven Beeinträchtigungen wie Verhaltensproblemen und Konzentrationsschwächen führen, die oft erst viel später erkannt werden. Bei diesen Schädigungen spricht man von fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). FASD ist die häufigste angeborene geistige und körperliche Fehlentwicklung, die nicht genetisch bedingt ist. Sie ist aber zu hundert Prozent vermeidbar, wenn werdende Mütter in der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichten.

Beratungs- und Hilfsangebote
Speziell zum Thema Alkohol bietet das Regionale Kompetenzzentum des Projekts „Alkohol 2020“ Auskunft und Beratung an. | Link: Regionales Kompetenzzentrum

Bei Fragen zum Thema Alkohol und Ernährung in der Schwangerschaft, aber auch für Hilfe bei Erziehungsfragen, Partnerschaftsthemen oder in Krisensituationen steht die FEM-Elternambulanz im Wilhelminenspital gerne zur Verfügung. | Link: FEM-Elternambulanz