Dokumentation

Ausgangslage

Ausgehend davon, dass die Wiener Drogeneinrichtungen über keine einheitliche Dokumentation verfügten, wurde bereits im Wiener Drogenkonzept 1999 die Konzipierung, Implementierung und der Betrieb eines SDHN-weiten Dokumentationssystems empfohlen. Im Zeitraum von 2002 bis 2011 erfolgte die Dokumentation in Form der Basisdokumentation (BADO). Um jedoch die Anforderungen eines effizienten Berichtswesens und Controllings, einer vertiefenden Evaluation und eines umfassenden Qualitätsmanagements zu erfüllen, war es notwendig, ein umfangreicheres Dokumentationssystem zu entwickeln (DOKU neu). Das neue, wienweite Dokumentationssystem DOKU neu wird seit 2012 von allen FördernehmerInnen der SDW umgesetzt, und stellt eine de facto Vollerhebung dar.

Aufbau DOKU neu

Die DOKU neu umfasst zwei unterschiedliche Datensätze:

  1. einen KlientInnendatensatz und
  2. einen (Ziel)Gruppendatensatz.

Im (Ziel)Gruppendatensatz liegt der Fokus auf bestimmten Ereignissen. Dokumentiert werden jene Produkte, die für Personen oder Gruppen von Personen – definiert nach Zielgruppen (z.B. MultiplikatorInnen, KooperationspartnerInnen etc.) – erbracht werden.

Im Gegensatz dazu steht beim KlientInnendatensatz der Fall einer/eines einzelnen KlientIn im Zentrum der Dokumentation. Neben fallbezogenen und soziodemographischen Aspekten werden auch von KlientInnen in Anspruch genommene Leistungen ab dem ersten Kontakt erfasst, wobei nicht Einzelleistungen, sondern definierte Leistungsbündel (Produkte lt. Produktkatalog des Sucht- und Drogenhilfenetzwerkes) dokumentiert werden. Abhängig von KlientInnentyp und Betreuungssetting beinhaltet der KlientInnendatensatz ebenfalls die Multidimensionale Diagnostik (MD) sowie den Maßnahmenplan. Im Sinne der Wirkungsorientierung ermöglicht die wiederholte Erhebung der MD im Behandlungsverlauf die Darstellung von Verlauf und Entwicklung der gesundheitlichen Situation der LeistungsempfängerInnen.

Die dokumentierten Daten liegen ausschließlich in pseudonymisierter Form vor. Durch mehrstufige, voneinander getrennte Pseudonymisierungsverfahren ist sichergestellt, dass sich aus einem Datensatz die Identität eines Menschen nicht ermitteln lässt. Die Datenschutzregelungen und die zwingenden Pseudonymisierungsverfahren sind in einem Datenschutzvertrag geregelt, der bei der Datenschutzbehörde aufliegt.

Die Datenübermittlung der dokumentierenden Einrichtungen erfolgt für jedes Quartal im Nachhinein. Damit stehen die Daten zeitnahe zur Verfügung und ermöglichen es, Aussagen über LeistungserbringerInnen, die Effektivität von Therapieansätzen, die Effizienz des Ressourceneinsatzes sowie über Veränderungen im Leistungsbedarf zu tätigen.

Dokumentationsrichtlinien 2016

Factsheet Doku neu 2016