Schnüffelstoffe

Allgemeines
Leim, Nagellackentferner und viele andere alltägliche Produkte enthalten Lösungsmittel, Gase oder andere flüchtlige Stoffe, die bei Inhalation eine berauschende Wirkung haben können. Auch ursprünglich medizinisch verwendete Narkosemittel (Lachgas, Chloroform, Äther) oder Arzneimittel (Amylnitrit), die in der Szene Poppers genannt werden, zählen zu Schnüffelstoffen (Inhalantien). Diese Schnüffelstoffe haben bei langfristigen Gebrauch körperliche, psychische und soziale Risiken und Folgeschäden. In Österreich ist der Konsum der Schnüffelstoffe nicht verboten; jedoch unterliegen als Arzneimittel deklarierte Stoffe der Verschreibungspflicht.

Wirkung
Die eingeatmeten Dämpfe werden über die Lungen aufgenommen und erreichen sehr schnell das Gehirn und das Zentralnervensystem. Die berauschende Wirkung setzt wenige Sekunden nach der Inhalation ein. Wie beim Alkoholrausch erleben die Konsumierenden ein Hochgefühl und eine Benommenheit mit unterschiedlich stakrem Kontrollverlust. Die Wirkung klingt nach wenigen Minuten bis maximal einer halben Stunde ab.

Risiken
Bei längerem und wiederholtem Inhalieren kann es zu Halluzinationen und bei höheren Dosen zu schlafähnlichen Zuständen bis zum Bewusstseinsverlust kommen. Zu den kurzfristigen Nebenwirkungen zählen unter anderem Kopfschmerzen, Erbrechen, Nasenbluten, Bewusstlosigkeit und Erstickungsgefahr. Langfristig führt der Gebrauch von Schnüffelstoffen zu Lungenschäden und Karzinomen, toxistische Hepatitis oder Nierenversagen.

Wann ist es Sucht?
Häufiger Gebrauch von Schnüffelstoffen führt zu einer gewissen Toleranzentwicklung, wodurch höhere Dosen und Konzentrationen des Stoffes notwendig sind, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Körperliche Abhängigkeit ist nur selten die Folge; hingegen ist die Gefahr eine psychischen Abhängigkeit gegeben, wenn der Konsum der Problementlasung dient.