Digital Diet Approach: Digitale Medien bewusst nutzen
Der Digital Diet Approach nach Amy Orben vergleicht den Umgang mit digitalen Medien mit Ernährung. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Zeit vor Bildschirmen verbracht wird, sondern auch, was, wie, warum und wer konsumiert. Der Ansatz regt dazu an, digitale Mediennutzung differenziert zu betrachten und persönliche Bedürfnisse, Gewohnheiten und unterschiedliche Nutzungsweisen in den Blick zu nehmen.
Die Übung: Meine Digitale Ernährung
Mit der Übung „Meine Digitale Ernährung“ wird der Ansatz praktisch erlebbar. Jugendliche setzen sich spielerisch mit ihrer eigenen digitalen Mediennutzung auseinander und kommen miteinander ins Gespräch. Zunächst überlegen sie gemeinsam, wie typische digitale Teller aussehen könnten. Anschließend gestalten sie ihren eigenen Teller und reflektieren ihre Mediengewohnheiten mithilfe von Reflexionskarten.
Dabei geht es nicht um Bewertungen oder Verbote, sondern um Selbstreflexion, unterschiedliche Perspektiven und einen bewussten Umgang mit digitalen Medien.
Materialien zur Übung
Für die Durchführung stehen eine Anleitung zur Übung, eine Speisekarte und Reflexionskarten zur Verfügung.
- Anleitung zur Übung: Sie beschreibt den Ablauf in zwei Phasen und den Einsatz von Reflexionsfragen.
- Speisekarte: Sie bietet Beispiele und Anregungen aus verschiedenen Bereichen der digitalen Welt und hilft dabei, die eigene Mediennutzung möglichst vollständig zu erfassen.
- Reflexionskarten: Zwölf Fragen regen dazu an, die eigene digitale Mediennutzung zu hinterfragen, persönliche Erfahrungen auszutauschen und mögliche Veränderungen zu überlegen.
Benötigt werden außerdem Pappteller (alternativ ein auf Papier gezeichneter Kreis) und Post-its. Auf den Post-its werden einzelne Apps, Spiele, Plattformen oder andere digitale Aktivitäten notiert und auf dem Teller platziert. Die Größe der Zettel zeigt, wie viel Raum die jeweilige Aktivität im Alltag einnimmt.
Zielgruppe
Die Übung eignet sich für Jugendliche ab 12 Jahren, beispielsweise in Schulklassen der Sekundarstufe I und II, in Jugendzentren, im Jugendcoaching, in der Schulsozialarbeit, in der sozialpädagogischen Arbeit, bei Freizeitangeboten (z. B. Parkbetreuung), in Vereinen (z. B. Pfadfinder*innen), in Workshops zur Medienkompetenz sowie in Eltern-Kind-Angeboten.
Dauer
45–90 Minuten, abhängig von Gruppengröße und Intensität der Reflexion.
Hinweise für die Durchführung
Die Übung soll Neugier und Selbstreflexion fördern, nicht kontrollieren oder bewerten. Unterschiedliche Nutzungsweisen sollen Platz haben. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Wirkungen. Wenn auch die begleitenden Erwachsenen ihren eigenen digitalen Teller gestalten, kann dies den Austausch auf Augenhöhe unterstützen. Die Übung dient als Gesprächsanlass und nicht zur Beurteilung.