Arbeitsmarktpolitik und soziale (Re)Integration

Das Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerk betrachtet es als eine wichtige Aufgabe, den Kreislauf aus Arbeitslosigkeit, Sucht und sozialer Desintegration zu durchbrechen und die Arbeitslosigkeit suchtkranker Menschen zu bekämpfen. Reintegrative arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die eine Marginalisierung verhindern und die soziale (Re)Integration fördern, sind ein wesentlicher Teil der Wiener Sucht- und Drogenpolitik und werden im Rahmen der dritten Säule des Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerks umgesetzt.

Auf strategischer Ebene hat die Sucht- und Drogenkoordination Wien Lösungsansätze für die komplexen Problemstellungen im Zusammenhang mit Suchterkrankungen und Arbeitslosigkeit im Jahr 2007 weiterentwickelt. Es wurde in Kooperation mit dem AMS Wien und dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) eine neues System zur (Re)Integration von Suchtkranken in Wien entwickelt, das seit Jänner 2008 umgesetzt wird. Der Schwerpunkt dieses Systems liegt auf der bedarfsgerechten Betreuung der Wiener Suchtkranken in Kombination mit der zielgruppenspezifischen Differenzierung der einzelnen MaßnahmenträgerInnen zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten.

Kern des Konzepts ist eine suchtspezifische Diagnostik, die vom Institut für Suchtdiagnostik (ISD) durchgeführt wird: Unter der Verwendung von medizinischen, sozialarbeiterischen und psychologischen Komponenten wird festgestellt, ob die jeweils diagnostizierte Person arbeitsfähig ist oder nicht. Je nach Status werden die jeweiligen Personen an entsprechende Einrichtungen und Angebote weitervermittelt.