Digitale Medien
Unser Alltag, unsere Kommunikation und unser Zusammenleben haben sich durch Smartphones, Computer und Tablets grundlegend verändert. Streaming, Social-Media-Aktivitäten, Online-Spiele oder Online-Shopping gehören für viele Menschen zum täglichen Leben. Wie wirkt sich eine intensive Nutzung auf unsere psychische Gesundheit aus? Welche Risiken, aber auch welche Chancen sind damit verbunden? Diese Fragen sind heute wichtiger denn je – besonders für Kinder und Jugendliche.
Suchtartige Mediennutzung
Begriffe wie Onlinesucht, Handysucht oder Internetsucht werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Klar ist: Das Internet selbst macht nicht abhängig. Abhängigkeiten entstehen vielmehr durch bestimmte Verhaltensweisen, die über digitale Angebote ausgelöst werden, wie etwa soziale Medien, Computerspiele, Online-Glücksspiel, Online-Pornografie oder Online-Shopping.
Von einer suchtartigen Mediennutzung sprechen Fachleute dann, wenn das Verhalten über mindestens 12 Monate so stark ist, dass Betroffene die Kontrolle verlieren und daraus erhebliche Schwierigkeiten in Beruf, Schule oder sozialem Umfeld entstehen. Das Verhalten nimmt immer mehr Raum im Alltag der Betroffenen ein. Sie leiden darunter, möchten aufhören, können es jedoch nicht. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zeit, die vor Bildschirmen verbracht wird, sondern individuelle Faktoren. Eine offizielle Diagnose gibt es jedoch nicht.
Gesunder Umgang mit Medien
Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien entwickelt sich nicht von selbst – er muss erlernt und begleitet werden. Besonders in der frühen Kindheit sind vielfältige analoge Erfahrungen wichtig, die eine gesunde emotionale, kognitive und motorische Entwicklung fördern. Mit zunehmendem Alter gewinnen Medienkompetenz und Risikokompetenz an Bedeutung. Kinder und Jugendliche sollen lernen, digitale Angebote bewusst, reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen sowie Medieninhalte kritisch zu beurteilen.
Schutzfaktoren wie ein positives Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit und Strategien im Umgang mit Stress spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Erziehungsverantwortliche und andere Bezugspersonen sind zentrale Vorbilder: Ihr eigener Umgang mit digitalen Medien prägt maßgeblich, wie Kinder und Jugendliche Medien nutzen.
Prävention und Unterstützung
Medienkompetenz und Suchtprävention gehören zusammen: Gemeinsam schaffen sie die Grundlage für einen selbstbestimmten, verantwortungsbewussten, kritischen und kreativen Umgang mit digitalen Medien.
Angebote und Fortbildungen für Schule und Ausbildung
- Digitale Balance – Fortbildung zur Prävention problematischer Mediennutzung und zur Förderung eines gesunden Umgangs mit digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen ab der 5. Schulstufe
- Für Absolvent*innen des Lebenskompetenzprogramms "Gemeinsam stark werden" steht ein Zusatzmodul zum Umgang mit digitalen Medien sowie zu deren Anwendung im Volksschulunterricht zur Verfügung.
- Die Workshopreihe SUPstart bietet nach einem Basismodul ein ergänzendes Zusatzmodul zu digitalen Medien.
- Dialog - Individuelle Suchthilfe bietet einen Elternabend "Onlinesucht? Familie im Netz".
Digitale Balance - Prävention im digitalen Alltag von Kindern & Jugendlichen
Gemeinsam stark werden - für die Volksschule (Unterrichtsprogramm)
SUPstart – Suchtprävention für den Start in ein gesundes Arbeits- und Ausbildungsleben
feel-ok.at - Die digitale Gesundheitsplattform für Jugendliche, Eltern und Lehrende
Wissen & Materialien
Hier finden Sie ausgewählte Materialien und Podcast-Folgen zum Thema digitale Medien:
- Podcast "Donner. Wetter. Sucht." #04: Soll ich meinem Kind das Handy wegnehmen?
- Podcast "Donner. Wetter. Sucht." #22: Autismus und Onlinesucht
- Podcast "Rauschzeit": Handysucht
- Saferinternet: Bildschirmfrei von Null bis Drei
Weiterführende Inhalte sowie alle Episoden unserer Podcasts finden Sie hier:
Donner. Wetter. Sucht. - Der Podcast für Eltern und Erziehende
PODCAST: Rauschzeit - Die zweite Staffel ist da ! Jetzt reinhören !
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