Weltdrogentag 2016

Am 26. Juni fand der jährliche Weltdrogentag statt, welcher bereits 1987 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Le­ben gerufen wurde. Bei der Sondersitzung der Vereinten Nationen zum weltweiten Drogenproblem (UNGASS) im April 2016 wurden auf internationaler Ebene gemeinsame Ziele definiert – von Suchtprävention bis Suchtbehandlung. Ein Schwerpunktthema war die Einhaltung der Menschenrechte, was besonders im Hinblick auf den Umgang mit suchtkranken Menschen eine besondere Rolle spielt.

Schon seit Jahrzehnten nimmt die Stadt Wien diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein. Grund- und Menschenrechte bilden die Grundlage und den Rahmen der Wiener Sucht- und Drogenstrategie. Die Achtung der Menschenwürde, des Selbstbestimmungsrechts des Individuums, der Freiheit und Gleichheit, der gesellschaftlichen Solidarität sowie der Rechtsstaatlichkeit sind unabdingbare Grundvoraussetzungen aller suchtspezifischen Aktivitäten.

Die Stadt Wien folgt dem Grundsatz einer integrierten Sucht- und Drogenpolitik. Dies entspricht der gesellschaftlichen Tradition, Menschen, die an den Rand der Gesellschaft geraten sind, durch soziale Maßnahmen zu integrieren und ihre Ausgrenzung zu verhindern. Dazu gehört auch die Integration der Beratung, Behandlung, Betreuung und Rehabilitation von Suchtkranken in das Gesundheits- und Sozialsystem.

Die Erfahrungen in Wien und in Österreich zeigen, dass auch schadensminimierende Maßnahmen – wie Spritzentausch und Drug Checking – negative gesundheitliche und soziale Auswirkungen des Konsums psychoaktiver Substanzen reduzieren bzw. verhindern können. Schadensminimierung ist daher ein wesentliches Element der Sucht- und Drogenpolitik all jener Länder, die sich einem umfassenden Ansatz verpflichtet sehen, um dem Sucht- und Drogenphänomen unter Wahrung der Menschenrechte zu begegnen.

Die Grundsätze der Wiener Sucht- und Drogenpolitik:

  • So wenig Menschen wie möglich sollen Drogen konsumieren. Jene, die nicht davon abzuhalten sind, sollen dabei so wenig Schaden wie möglich nehmen. (Schadensminimierung)
  • Aus gesundheitspolitischer Sicht ist der Konsum von allen Suchtmitteln und Drogen abzulehnen.
  • Der organisierte Drogenhandel muss strafrechtlich verfolgt und bekämpft werden.
  • KonsumentInnen sollen entkriminalisiert, Drogen jedoch nicht legalisiert werden. (Prinzip „Therapie statt Strafe“)